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Mode im Wald und Waffen im Zug

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September 6th, 2009 Posted 8:51 pm

Was für ein verrückter Abend. Nachdem ich mich von meinem temporären Zuhause in Kennington nach Paddington durchgeschlagen hatte um nun endlich in die Bahn nach Stroud zu steigen, wartete die erste Überraschung beim Ticketkauf auf mich. Stolze 42,00 Pfund kostete mich meine Anreise zum Performancespektakel „CUT 2 ON FOLD“. Wer mit „National Rail“ fahren will sollte möglichst Frühbucher sein… Ich hatte 1 ½ Stunden Fahrt vor mir die ich mit dem „Very“-Magazin vertrödelte das mir eine junge Frau vor dem Bahnhof in die Hand drückte. Über 60 Seiten die mir vorstellten wie ich „Very“ trendy, sophisticated oder natural aussehen kann. „Very“ ist ein Internetportal auf dem Fashionvictims ihren Style vorstellen, ihre Mitstreiter und aktuelle Kollektionen „Very ….“ finden können. Das wichtigste an der ganzen Geschichte ist aber der Internetshop in dem man sich das vermeidlich very-tolle Outfit bestellen kann. Naja, ein Blick aus dem Fenster zeigte dass ich schon lange die große bunte Stadt verlassen hatte. Wiesen, Wald und vereinzelt ein paar hübsche Häuser zogen vorbei, fast wie Zuhause. In Stroud angekommen verschwand mein Magazin very-schnell im ersten Mülleimer am Bahnsteig.

Kristin, eine der Performancekünstlerinnen von CUT 2 ON FOLD, hatte mir eine Mitfahrgelegenheit nach Woodchester Mansion organisiert und so wartete ich mitten im Nirgendwo auf Tim. Punkt 18.00 Uhr stand plötzlich ein großer schlanker Mann in schlichter blauer Jeans und schwarzen Jackett neben mir. Gemeinsam ging es nun einmal quer durch die Stadt, über unzählige Kreisverkehre und kleine Landstraßen auf denen sich Kühe rumtrieben. Auf dem Weg erfuhr ich etwas mehr über den Ort und meinen Chauffeur: Stroud ist die Stadt Englands mit den meisten Rudolf Steiner Schulen, 13.000 Einwohner und Damien Hirst hat hier sein Atelier. Tim spricht fließend chinesisch, ist Textilkünstler und eröffnet am kommenden Samstag seine Ausstellung „Vocation: „Woven Textiles by Tim Parry Williams“. Mitten in der Pampa, ich hatte völlig die Orientierung verloren, parkten wir auf einem Feld. Hier standen schon ein paar andere Autos und ein kleiner ziemlich alter weißer Bus. Ein hecktischer Busfahrer wies uns an in den Bus zu steigen. 1 ½ km fuhren wir auf einem holperigen Padweg durch einen wunderschönen alten Wald und erreichten eine Lichtung in der sich Woodchester Mansion befand. Eine wundervolle im 19. Jahrhundert erbaute viktorianisch-gotische Villa. Mir wurde gesagt es soll etwas „spooky“ sein und so war es, der Bauherr hatte 1873 plötzlich kein Geld mehr und so stoppte der Bau und Woodchester Mansion wurde niemals vollendet. So fehlte in manchen Räumen die Decke, Fester, Türen oder Treppen.

Am Eingang gab es für jeden Gast einen Button und ein kleines Heft mit dem Grundriss des Gebäudes und einigen Erklärungen.

In einem wundervoll gestaltetem Raum mit Kamin, Bar und einigen Schneiderutensilien sammelten sich die Gäste. Liz eine der Veranstalterinnen von Studio Seven erzählte mir sie erwarten 150 Gäste, das Ticket kostetet 15 Pfund.

Um halb 8 ging es los. Eine der Veranstalterinnen erklärte den Ablauf des Abends. Es sollten sich vier Gruppen bilden, die Farben der Eintrittbuttons gaben die Gruppenteilung vor. Die vier Gruppen starteten gleichzeitig in vier verschiedenen Räumen. Zu sehen waren insgesamt 7 Räume / Performances je ca. 5 Minuten. Das Ganze war unglaublich gut vorbereitet und koordiniert. (more…)