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Animal Prints…

Wie wir auf der Fashion Week bei dem einen oder anderen Designer gesehen haben, dürfen wir uns auf eine weitere Saison mit Animal Prints freuen! Hier ein schöner Artikel zum Thema von Karolina Burbach:

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In „Absolutely Fabulous“ schlürft die PR-Tante Edina ihren Prosecco im falschen Tiger-Pelz, Peggy Bundy quetscht sich Folge für Folge von „Eine schrecklich nette Familie“ in kuscheliges Leopardenfell und „My Name is Earl“-Wohnwagen-Braut Joy hat ebenfalls ein ausgeprägtes Faible für schrille Animal Prints, wie es im Englischen heißt.

Die Lesart des Musters als trashiges Accessoire stimmt allerdings nicht mit der eigentlichen Sendung überein. Ursprünglich stand es für Reichtum und guten Geschmack. Anfang des 20. Jahrhunderts hängte sich die Dame von Welt bevorzugt Ozelot, eine aus Mittel- und Südamerika lebende Raubtierart, und Somali-Leopard um den Hals, um so ein bisschen Exotik, Exklusivität, ja, sogar Unsterblichkeit auszustrahlen. Rein symbolisch gesehen, so die recht eigene Logik der Reichen und Schönen, kann, wer Pelz trägt, nicht sterben – denn was er trägt, ist ja bereits tot.

In den folgenden Epochen änderte sich nicht viel an den Bedeutungen des Tiermusters. Bis Roberto Cavalli in den 60ern die revolutionäre Idee hatte, die Musterung seinem ursprünglichem Kontext, dem Pelz zu entwenden. Er druckte Leoflecken auf Bikinis und Seidenkleider und verhalf so dem falschen Tier zu Kultstatus. Von der Unsterblichkeit keine Spur mehr, die exklusive Note hingegen blieb, dem teuren Preis sei Dank. Angenehmer Nebeneffekt: Die Tiere durften weiterleben. Und noch etwas hatte sich getan: Die neuen Kollektionen zeigten sich stark erotisiert mit den eng anliegenden Tops, tiefen Décolletés und hoch geschlitzten Fummeln – das Wenige, welches bedeckt blieb, zeigte Tier.

Vor dem Hintergrund der Frauenbewegung war der Look gleich eine doppelte Provokation: Einerseits zeigte er ein neues weibliches Selbstbewusstsein – die Trägerin als wilde, Männer jagende Raubkatze -, andererseits ist die Frau als begehrenswerte Beute schlussendlich eine Männerfantasie. So viel sexuelle Aufladung schreit geradezu nach Subversion. Schon bald entdeckte die Subkultur den Stil für sich und rückte ihn bis heute nicht mehr raus. Im Punk und Glam-Rock der 70er Jahre trugen einmal mehr auch Männer das Großkatzenmuster. Allerdings diesmal nicht, um Männlichkeit auszudrücken, sondern, um eben jene stereotype Geschlechterrollen zu brechen. Ähnlich sah es bei ihren weiblichen Kolleginnen aus: Die unvergleichliche Debbie Harry trieb mit einer Überdosis Blondheit, sexy Make Up und Leo-Klamotten ihre Weiblichkeits-Attribute so auf die Spitze, dass deren eigentliche Problematik wieder sichtbar wurde. Auch Annie Lennox schlüpfte immer wieder in neue Rollen und bediente sich dabei gerne der Tiermuster, wenn es darum ging, festgefahrene Frauenbilder zu persiflieren. Das war im Grunde gleich doppelte Travestie: Eine Frau, die wie ein Mann aussieht, der eine Frau darstellt. Aber damit noch nicht genug: Durch die Verwendung der Animal-Prints für ihre eigenen Zwecke klauten die Glam-Rocker ganz nebenbei noch den Wohlhabenden ihr Luxussymbol. Der Leo erhielt so eine völlig neue Bedeutung von sexueller Ambiguität, Unangepasstheit und wildem, freien Leben. Das Muster selbst wurde dabei gerne farblich verfremdet und auf neue, eher leicht entflammbare Materialien gedruckt, bevorzugt wurden Latex und Plastik.

Durch die Demokratisierung des Tiermusters, den sexuellen Unterton und nicht zuletzt die Auffälligkeit des Prints selbst haftet dem Leo heute leider auch etwas Billiges an. Die Indies von heute aber haben ihre ganz eigene Strategie, damit umzugehen: The-Kills-Sängerin Alison Mosshart etwas posiert im Video zu „Cheap And Cheerful“ mit blonder Wischmob-Frisur und Leo-Bluse. Das ist nicht nur ironisch gemeint, sondern auch ein klares Bekenntnis zum Trash-Geschmack. Ob man das jetzt vulgär findet oder nicht – Geschmackssache. An Alison sieht der Leo-Look jedenfalls einfach nur anbetungswürdig aus!

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This entry was posted on Friday, July 10th, 2009 at 3:18 pm and is filed under Designer. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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